Das echte Pfaffi Leben…

Lessons Learned

Nun ist genau eine Woche verstrichen, seit ich euch verlassen und in die Realität zurück kehren musste.

Ich habe freie Tage vor allem damit verbracht -wie könnte es auch anders sein- über mich, mein bisheriges Leben und vor allem sehr viel über gemeinsame Stunden mit euch nachzudenken.
Ich hätte euch noch so viel mitzuteilen und auf den Weg zu geben; der Moment des Abschieds war einfach viel zu kurz!

Ich versuche ‚meine Geschichte‘ ein wenig tiefgründiger zu analysieren.
Ich frage mich, was ist mit einem einst so lebensfrohen, stets lachenden Charackter in voran gegangenen Wochen eigentlich passiert?
Wie weit kann dich eine Depression in die Tiefe reißen, dich erschüttern, dir die Luft zum atmen und all dein Lebensmut nehmen?
Hätte mir jemand -noch vor ein paar wenigen Monaten- ins Ohr getuschelt „Wir sehen uns in Pfaffenrode“, wäre ich voller Stolz, mit einem breiten Grinsen und kopfschüttelnd von dannen gezogen.
Doch leider ist keiner von uns gefeit davor!
– Und letztlich zeigt es nur, dass wir Menschen sind; die denkende, emotionale Fraktion!

Auch mich, ein Mädchen, welches von Lebensglück nur so strotzt; mit einem tollen familiären Hintergrund, beruflichem Erfolg, einem bereits großen-humanen sozialen Netz und vor allem starken und verständnisvollen Eltern im Nacken…, kann es treffen!

Ich hätte nie geglaubt, mit welcher Wucht es einen zu Boden schmettern kann.

Alles was ich fühlte, war nichts als LEERE. Der Lebens-Saft aus meinen Venen „w“ wie weg!

Da lag ich: zusammengesackt, weinend, umzingelnd von einer Vielzahl sich sorgenden Menschen und doch allein, auf sich gestellt.
All meine Lieben, selbst Kollegen versuchten mich wieder vom Boden aufzukratzen; vergebens!

Im Nachhinein weiß ich, dass ich nix und niemanden für mein „Chaos“ verantwortlich machen kann!
ICH war es selbst, die sich nach und nach in die Tiefe getrieben hat.
Zu hohe Ansprüche, kaum Zeit, für alle und jeden präsent (nur nicht für mich) höher, weiter schneller + das beinah tägliche Gefühl ’nicht gut genug zu sein‘. Ich bin randvoll mit Liebe, nur nicht mir gegenüber!

Wenn ich eins gelernt habe im Haus VI, dann ist es die Akzeptanz der eigenen Person!
EIGENLIEBE ist das kleine Zauberwörtchen – die wenigsten unter uns besitzen diese goldene Gabe!

Tut euch, Körper und Seele, Gutes! Wie soll sich euer Verstand in einem gesunden Zustand befinden, wenn ihr ihn nicht pflegt, gar misachtet!?
Dazu gehört auch eine gesunde Ernährung (für die Botenstoffe im Hirn), viel Bewegung, Kommunikation unter Gleichgesinnten, Ruhe, sinnvolle Beschäftigung, ein Ausgleich im Hobby und einer strickten Tagesstruktur…
Mit Psychopharmaka ist es leider nicht allein getan!
Körper und Seele bilden einen Kreislauf.
Sind diese im Reinen, lässt sich auf jedem erdenklichen Fleck, dieser Erde, Glück finden!

Ich hatte vor meinem ‚Zusammenbruch‘ ständig Kopfschmerzen. Anstatt auf die ‚Botschaften meines Körpers‘ zu achten und mir Ruhe zu gönnen, ballerte ich mich mit Schmerzmitteln zu. Das Ende vom Lied kennt ihr ja!

Ich denke nicht, dass mich die Anti-Depressiva und die zahlreichen Tharapien, im Haus VI, gesund gemacht haben, sondern vielmehr der eigene WILLE wieder -wie in vergangenen Tagen- lebensfroh durchs Leben zu schreiten.
+ all die wichtigen Konversationen und Bereicherungen durch euch liebenswerten Menschen!

Die 6 Wochen waren eine wirklich bereichernde und wichtige Zeit für mich!
Erstmalig wurde ich ganz allein mit MIR konfrontiert und war gezwungen mir die Frage zu stellen
„WAS will ICH überhaupt???“
Der Focus war aufeinmal auf meine Wenigkeit gerichtet, auf niemanden sonst!

Called Lessons Learned.

Ich bin noch viel zu jung, um mir meinen Lebensweg genau zu definieren, doch weiß ich nun eher über die mir wirklich wichtigen Dinge im Leben bescheid!
Nun liegt mein Wunsch nicht mehr darin, höher, weiter, schneller & schöner, -als unsere oberfächliche Gesellschaft es vorgibt-, zu sein, sondern mich selbst anzunehmen.
Ich will achtsam mit MIR umgehen; ohne jeglichen Leistungsdruck, welcher mich einst zerfressen hat.

… Und ich will hoffen, dass ich irgendwann Zufriedenheit in bodenständigen Dingen finde;
mit einer kleinen gemütllichen Behausung, 3 hübschen & kerngesunden Kindern und das nötige Geld um unsren Erd-Ball zu entdecken… :)

Ich werde diese „Ära“ mit EUCH nie vergessen, denn diese hat mich wieder zum Leben erweckt und mir mein Lächeln zurück verliehen!

Noch bin ich daheim -frei- . In einer Woche muss ich nach Hamburg und damit in die Hände der Funktion & Realität zurück!
Erst dann wird sich zeigen, inwiefern ich Geschriebenes umsetzen kann!

Die letzten Zeilen werden sich darauf beschränken, all denjenigen zu danken, die mir konsequent zur Seite standen.

Danke, an meine wundervolle ‚Großfamilie‘, die mich ablenkte und mir weise Worte zusprach.
Danke, an meine kraftvollen Eltern + mein kluges Brüderchen, die mit Sicherheit jetzt noch damit zu kämpfen haben ‚Klein-Lisa‘ derart leiden gesehen zu haben.

Danke, an all meine wahren Freunde, die akzeptierten, dass ich Wochen nicht präsent und für sie da war.

Danke, all meinen Mit-Patienten, die die vergangenen 6 Wochen zu einer unvergesslichen Zeit gemacht + mich zum Lachen gebracht haben… .

MERCI an alle liebenswerten Menschen dieser Welt!
Gäbe es mehr Menschen „der Sorte Haus VI“, würde es das Leben um einiges erträglicher machen!

In Liebe & Unvergessenheit,

eure Liza.
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