Das echte Pfaffi Leben…

Der heiße Stuhl

Heißer Stuhl oder der Heiße Stuhl ist eine von dem Gestalttherapeuten Fritz Perls entwickelte Technik für die therapeutische Einzelarbeit im Rahmen einer Gruppentherapie, bei der das Gruppenmitglied, mit dem "gearbeitet" wird, einen besonderen Platz zugewiesen bekommt. Der heiße Stuhl muss nicht wirklich ein Stuhl sein, sondern bezeichnet vor allem die Rolle des Gruppenmitgliedes, das bereit ist, sich in den Fokus der Aufmerksamkeit der Gruppe zu stellen. 

Der Name hat sich entwickelt, weil viele Menschen es sehr aufregend und "heiß" erlebten, sich vor der Gruppe zu exponieren und sich den unmittelbaren und oft unbewussten GedankenPhantasienEmotionen und körperlichen Gesten und Haltungen zu stellen.

Die Technik des heißen Stuhls kann je nach Bedarf und Therapieziel inhaltlich unterschiedlich gestaltet sein. 

Es kann als Kennenlernspiel genutzt werden – dabei werden der Person auf dem heißen Stuhl verschiedene Fragen gestellt wie zum Beispiel:

"Was ist Dein Traumberuf?"

''Was würdest Du tun wenn Du im Lotto gewinnen würdest?'' 

'' Wenn würdest Du in Deinem Leben einmal treffen wollen?''

'' Was war der peinlichste Moment in Deinem Leben?''

etc.

Der heiße Stuhl kann auch zur Teamgeistförderung und/oder zur Feedback Äußerung innerhalb einer Gruppe genutzt werden. Dabei ist es wichtig, dass der Betroffene auf dem heißen Stuhl sich den Meinungen der Gruppenmitglieder ohne zu urteilen  stellt zunächst einmal akzeptiert ohne den Teammitglieder böse zu sein oder sich verteidigen zu müssen. 

Damit die Übung möglichst effektiv verläuft sollten positive Eigenschaften mit einem der folgenden Sätzen eingeleitet werden:

– Mir gefällt an Dir …

– Wenn ich mit Dir leben würde, dann würde mir an Dir gefallen …

– Ich mag an Dir

Negative Eigenschaften sollten folgendermaßen eingeleitet werden:

– Mir fehlt an Dir …

– Wenn ich mit Dir leben würde, dann würde mir … an Dir fehlen

Die erwähnen Einleitungen mögen zunächst unbedeutend klingen, in der Praxis haben sich diese jedoch als äußerst effektiv erwiesen. Durch die Einleitungen nehmen die Betroffenen zwar das Feedback an und denken darüber nach, sehen es allerdings weniger als einen persöhnlichen Angriff. Die Situation bleibt somit besser unter Kontrolle.

Die Methode des heißen Stuhls wird in der Praxis in der konfrontativen Pädagogik, Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Training angewendet. Bei der richtigen Durchführung ist es sicherlich auch eine interessante Möglichkeit sich im engen Kreis der Familie oder Freunden Feedback geben zu lassen und die Bindungen zu stärken. Die eigene Position in den Augen eines Anderen wird somit klarer und ist oft viel besser als man vorerst selber denkt…


Im Anhang findet Ihr nochmals ein Paar Arbeitsblätter die ich zu dieser Thematik auf www.synapse-web.de gefunden habe. 


Viel Spaß bei Ausprobieren!



April_030

Heisser_Stuhl.pdf Download this file

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