Das echte Pfaffi Leben…

Großstadtjungle.

Kürzlich wurde ich gefragt, was mich einst in die Ferne zog und mich nun, nach fast 6 Jahren, wieder in die Good-Old-Heimat zieht!?
Die Frage ist nicht ganz unberechtigt – denn sie war Teil meiner Krankheit.

Vorweg sei zu sagen, dass ich mit 17 aus dem Haus bin, um ein Internat zu besuchen. Seither fühle ich erwachsen; mein jugendliches und quirliges Dasein; welches ich bis heute nicht abgelegt habe, wurde in den Hintergrund, die Ernsthaftigkeit in den Vordergrund gestellt.
Mit 19 verließ ich dann ganz und gar meine Heimat. Es zog mich in eine der größten Städte Deutschlands.
Von 0 auf 100, ohne auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten, wurde mir Sicherheit und Vertrauen genommen. Meine einst so geliebte Family sah ich fortan alle 5 Monate!
Ich bin ein absoluter Familienmensch; das entsprach so gar nicht meiner Vorstellung!

Aber der kleine Nestflüchter war neugierig, euphorisch und verliebt! Verliebt, vor allem in meine neue Wahlheimat!
Mit einem komplett neuem Lebensgefühl bestritt ich seither meinen langen Alltag.
Ich war verliebt in das ‚Gesicht’ der Stadt. Es faszinierte mich so ziemlich alles: die Anbindung zur großen weiten Welt, zum Wasser, das maritime Flair, die zahlreichen Möglichkeiten sich zu entfalten, die Kultur, das Internationale, die verschiedenen Rassen und Sprachen… . Selbst die Hektik genoss ich mit einem süßen Nachgeschmack.

Doch ‚times changes’, Zeiten und Einstellungen ändern sich!
Seit meiner Depression ist NICHTS wie zuvor! Mit dem Ausbruch dieser Krankheit musste ich auf bestialische Weise feststellen, dass mir mein Leben, was ich führte, nicht entsprach!
Seither fällt mir jeder einzelne Schritt am Ort des Geschehens schwer.
Ich sehe und fühle die Welt mit anderen Augen.
Die einst so glänzende Großstadt + die Routine waren Teil meines Zusammenbruchs.
Routine bedeutet mein persönlicher Tot. Es gibt nichts schlimmeres, als stehen zu bleiben und sich nicht weiter zu entwickeln!

Plötzlich erschien mir alles zu laut, zu dreckig, zu hektisch, zu stressig, zu anonym, zu oberflächlich – ein Fleck voller einsamer, suchender, ellenbogen-denkender Menschen.
In ‚dieser Welt’ wird gelebt um zu arbeiten und nicht gearbeitet um zu leben!
Wir definieren uns allzu oft über unseren Job, nicht etwa über die wirklich wichtigen Dinge eines frohen Lebens.

… Erst heute saß mir eine mir unbekannte Dame, in der S-Bahn, gegenüber. Ihre langen roten Fingernägel, schwer geschminkt, umhüllt vom feinsten Stöffchen und einer kilometerlangen süßen Geruchswolke machten sie für mich unumgänglich.
In den Händen hielt sie die Gala,- das wohl oberflächlichste und dümmste Magazin!

Ich lächelte bescheiden, schloss die Augen und dachte an meine Heimat; barfuss durchs Gras zu hüpfen, im Regen zu spazieren, in den Sternenhimmel zu schauen, die Stille im Wald, quasselnd am Lagerfeuer zu sitzen, in Thüringens Seen zu planschen, unter freiem Himmel einzuschlafen, kleine Kinder zum Lachen zu bringen…

Neugierig suchen wir nach Herausforderungen im Leben; dem ganz Besonderem.
Dort angelangt, streben WIR ALLE nach unserem persönlichen Zufluchtsort, Sicher- und Geborgenheit. Wahres Glück ist real, wenn man es teilen kann.

Ich freue mich auf meine kleine neue (glückliche) Welt.

Luck is an attitude.

In heimatlicher Liebe, euer Pfaffi-Team. ♥.

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